Verwalterhaus auf dem Hofgut Guntershausen bleibt vorerst geschlossen

Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie und der noch laufenden Renovierungsarbeiten muss das Stockstädter Museum und die Kunstgalerie im Verwalterhaus des Hofgutes Guntershausen bis auf Weiteres leider noch geschlossen bleiben.

Der Förderverein Hofgut Guntershausen e. V. verweist in diesem Zusammenhang auf seine Angebote im Internet (Website www.hofgut-guntershausen.de und auf Facebook).

Die Fahne des Stockstädter Sängerbundes

Seit kurzem befindet sich die Vereinsfahne des früheren Stockstädter Gesangvereins Sängerbund im Museum der Gemeinde Stockstadt am Rhein, dem ehemaligen Verwalterhaus des Hofgutes Guntershausen. Der Sängerbund wurde bereits 1864 als erster Stockstädter Gesangverein gegründet. Vereinslokal war die Gasstätte „Zur Krone“ in der Oberstraße 20, wo der Verein seine wöchentlichen Singstunden abhielt. Dort befand sich ursprünglich auch die zum 65-Jährigen Jubiläum des Vereins im Jahre 1929 neu angeschaffte Fahne. Der Verein war noch bis zum Kriegsausbruch 1939 aktiv. Nach dem II Weltkrieg nahm der Sängerbund das Vereinsleben allerdings nicht wieder neu auf. Lediglich der Gesangverein Frohsinn von 1884, sowie der heute noch existierende Männergesangverein 1921 Stockstadt e. V. wurden wieder aktiv. Die Abteilung Gesang der SKG Stockstadt gründete sich erst im Jahre 1946.

Martin Rödl (links im Bild) und Jörg Hartung vom Museum der Gemeinde Stockstadt am Rhein zeigen die über 90 Jahre alte Fahne des früheren Stockstädter Sängerbundes. Foto: Walter Mück

Die Vereinsfahne des alten Sängerbundes verblieb zunächst im Vereinslokal „Zur Krone“. Als die langjährige Inhaberfamilie Felger die Gaststätte 1970 an einen Pächter übergab, nahm sie die Fahne in ihre Obhut und bewahrte diese über 50 Jahre sehr sorgsam auf. Nun entschlossen sich die Nachfahren der Familie Felger dieses für die Stockstädter Ortsgeschichte bedeutende Exponat an das Museum der Gemeinde Stockstadt am Rhein zu übergeben. Museumsleiter Jörg Hartung nahm die außerordentlich gut erhaltene Fahne des Sängerbundes dankend entgegen. Die von der Firma „Fahnenrichter“ in Köln hergestellte, jetzt über 90 Jahre alte Fahne, wird nun nach den Vorgaben des Hessischen Museumsverbandes inventarisiert und in den Bestand des Stockstädter Museums übernommen, wo sie zunächst im Depot aufbewahrt wird. Dort befindet sich auch schon die Fahne des früheren Stockstädter Gesangvereins Frohsinn, die bereits 1888 angefertigt wurde.    

Die Aktiven des Sängerbundes um das Jahr 1900, noch mit ihrer vorherigen Vereinsfahne. Foto: Museum Stockstadt am Rhein

Groß-Gerauer Echo vom 31.3.2021: „Historischer Stimmzettel in Stockstädter Akten“

Beim Archivieren von Bauanträgen wird in Stockstadt das Dokument aus dem Jahr 1934 entdeckt. Darauf votierte jemand für Adolf Hitler als Staatsoberhaupt des Deutschen Reichs.

Von René Granacher

STOCKSTADT – Ein unverhoffter Fund ergab sich bei der Sichtung und Archivierung historischer Bauanträge aus dem Bestand des Stockstädter Gemeindearchivs. Martin Rödl, der im Museum der Gemeinde die alten Dokumente aufbereitet, entdeckte dabei einen Stimmzettel aus dem Jahre 1934, der in dunkle Zeiten zurückführt – zum erfolgreichen Griff der Nationalsozialisten nach der Macht in Deutschland.

Wie Museumsleiter Jörg Hartung mitteilt, wurde die Rückseite des ausgefüllten Stimmzettels nach der Wahl offensichtlich von einem damaligen Gemeindemitarbeiter als Notizzettel verwendet, kam so zu den Akten und hat dort unbemerkt mehr als acht Jahrzehnte überdauert. Es handelt sich um einen Stimmzettel zu der Volksabstimmung am 19. August 1934 über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reichs, erklärt Hartung.

Adolf Hitler ließ sich mit dieser Abstimmung die Zusammenlegung der Ämter des Reichskanzlers und des Reichspräsidenten auf seine Person als „Führer und Reichskanzler“ bestätigen. Die Abstimmung ergab eine deutliche Zustimmung, die dennoch hinter den Erwartungen der Machthaber zurückblieb: Mit Ja stimmten 89,93 Prozent, mit Nein 10,07 Prozent, bei einer Wahlbeteiligung von 95,65 Prozent. Auch auf dem Stockstädter Stimmzettel ist ein „Ja“ zu erkennen.

Hintergrund der Abstimmung war, dass Hitler am 1. August 1934, einen Tag vor dem Tod des greisen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg, die Grundlage für die Vereinigung der beiden Ämter geschaffen hatte. Dieses „Gesetz über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reichs“ trat mit Hindenburgs Tod in Kraft. Somit gab es nach der letzten demokratischen Reichspräsidentenwahl von 1932 keine Neuwahl mehr, sondern das Volk sollte nachträglich per Volksentscheid abstimmen.

Die Frage auf dem Stimmzettel lautet: „Das Amt des Reichspräsidenten wird mit dem des Reichskanzlers vereinigt. Infolgedessen gehen die bisherigen Befugnisse des Reichspräsidenten auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler über. (…) Stimmst Du, deutscher Mann, und Du, deutsche Frau, der in diesem Gesetz getroffenen Regelung zu?“

Auf die Amtsbezeichnung „Reichspräsident“ verzichtete Hitler, weil, wie er schrieb, diese „unzertrennlich verbunden mit dem Namen des großen Toten“ sei. Damit wurde diese Position abgeschafft und Hitler übernahm durch die Volksabstimmung 1934 die oberste militärische Kommandogewalt, die nach der Verfassung der Weimarer Republik mit dem Amt des Reichspräsidenten verbunden war.

Verwalterhaus auf dem Hofgut Guntershausen bleibt vorerst geschlossen

Der Monat März, ab dem üblicherweise das Verwalterhaus des Hofgutes Guntershausen mit dem Stockstädter Museum und der Kunstgalerie an den Wochenenden für Besucher geöffnet wird, rückt immer näher. Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie und laufender Renovierungsarbeiten wird das Haus in diesem Jahr allerdings in den Monaten März und April 2021 vorerst noch geschlossen bleiben.

Der Förderverein Hofgut Guntershausen e. V. verweist in diesem Zusammenhang auf seine Angebote im Internet (Website www.hofgut-guntershausen.de und auf Facebook). Neben aktuellen Informationen zum Hofgut werden dort unter dem Projekt „Museum Online“ in lockerer Reihenfolge jeweils einzelne Exponate aus dem Bestand des Museums der Gemeinde Stockstadt am Rhein vorgestellt.

Merian Podcast – Reisen beginnt im Kopf

In einer neuen Podcast-Reihe erkundet das Merian Team Darmstadt mit seiner berühmten Mathildenhöhe, die Fachwerkstadt Groß-Gerau, das Naturschutzgebiet Kühkopf-Knoblochsaue (mit dem Hofgut Guntershausen) und Rüsselsheim mit seiner spannenden Industriegeschichte und großer Kunst. 

Hören Sie selbst:

Die Südtirol-Staffel MERIAN – Reisen beginnt im Kopf

Die zweite Episode dieser dreiteiligen Südtirol-Staffel führt das MERIAN-Team entlang des Flusses Eisack zu den großen Kultur-Highlights der Region: Vom Brenner geht's über die Franzensfeste, das Kloster Neustift, Brixen und das Künstlerdorf Klausen bis in die Landeshauptstadt Bozen und auf den Ritten.
  1. Die Südtirol-Staffel
  2. Die Südtirol-Staffel
  3. Norwegens Küste
  4. Die Rhein-Main-Staffel
  5. Die Rhein-Main-Staffel

Das Hofgut Guntershausen als Drehort

Historischer Kurzfilm – Ein Schattenspiel um den Tod

Kürzlich diente der alte Gewölbekeller unter dem Südflügel des Hofutes Guntershausen auf dem Kühkopf als Filmkulisse für den historischen Kurzfilm „Ein Schattenspiel um den Tod“, der als Prüfungsarbeit für das „Digital Film Production Diploma“ an der SAE (School of Audio Engineering) in Frankfurt am Main gedreht wurde. Die besondere Location auf dem Kühkopf wurde von Herrn Jan Folger im Rahmen seines Studiums der Filmproduktion als Drehort ausgewählt. In seiner Arbeit geht es darum, dass ein Film aus der Vergangenheit als Vorlage genommen wird, aus der wiederum ein eigener Film erschaffen wird, der visuell und technisch an die Vorlage angepasst ist.

Szenenfoto aus dem Kurzfilm „Ein Schattenspiel um den Tod“ (Foto: Jan Folger)

Die Vorlage für „Ein Schattenspiel um den Tod“ ist „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ vom Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau, aus dem Jahre 1922. Hierbei werden von Jan Folger und seinem Team die visuellen Merkmale des historischen Films (z.B. Schwarz-Weiß-Film, 4:3 Format, das Arbeiten mit Schatten) auf das neue Werk angewendet bzw. kopiert.

Jan Folgers Werk handelt von der Protagonistin Theresa Donner, die von einem Schattenmonster namens Umbra heimgesucht wird. Das Monster hat schon die gesamte Nachbarschaft auf dem Gewissen. Die entscheidende Frage ist also: Wird auch Theresa sterben?

Für die Dreharbeiten suchte sich das Team sowohl das Scharfrichterhaus in Groß-Gerau, als auch das Hofgut Guntershausen auf dem Kühkopf aus. Der Förderverein Hofgut Guntershausen e. V. freut sich darüber, dass das Hofgut als Drehort für diese Arbeit gewählt wurde und wünscht Herrn Folger viel Erfolg für den Film und sein Studium.

Vorstandswahl beim Förderverein Hofgut Guntershausen e.V.

Am Mittwoch dem 16.09.2020 fand die Jahreshauptversammlung des Fördervereins Hofgut Guntershausen e.V. statt. Die Jahresberichte der geschäftsführenden Vorstandsmitglieder zu Beginn der Versammlung machten deutlich, dass sich das Engagement im Förderverein und auf dem Hofgut lohnt. Die turnusgemäße Neuwahl des Vorstands bildete den wichtigsten Tagesordnungspunkt, bei dem das bewährte Vorstandsteam unter der Führung von Volker Blum im Amt bestätigt wurde.

Nach durchweg einstimmiger Wahl setzt sich der Vereinsvorstand wie folgt zusammen:
1. Vorsitzender Volker Blum
2. Vorsitzender Reiner Kiesel
Geschäftsführer Jörg Hartung
Schriftführer Gerfried Schmidt
Rechnerin Heike Hartung

Als Beisitzer wurden folgende Mitglieder gewählt:
Ralph Baumgärtel
Thomas Raschel
Claudia Blum
Albrecht Ecker
Walter Mück
Martin Rödl
Ulrich Zacheiß

Als Kassenprüfer wurden Karl Bäder, Monika Seib und Gert Gewalt gewählt.