Der Steppenbison

Museumsleiter Jörg Hartung mit dem 1993 bei den Bauarbeiten zur Stockstädter Bahnunterführung gefundenen stattlichen Schädel eines Steppenbisons.
Fotograf: Peter Hahn

Besonders imposant ist hier der Schädel eines Steppenbisons. Am 15. September 1993 fanden Arbeiter während der Bauarbeiten zur Bahnunterführung in der Stockstädter Jahnstraße einen außergewöhnlich großen und unbeschädigten Schädel eines Steppenbisons. Der Schädel wurde in einer Tiefe von 8,50 Metern gefunden, er hat eine Hörnerspannweite von 1,30 Metern und ein Gesamtgewicht von 44 Kg. Nach der Bergung dieses besonderen Fundes wurde dieser vom damaligen Stockstädter Heimatforscher Erich Ellermann entsprechend präpariert und in das Stockstädter Heimatmuseum gebracht.

Bauarbeiter mit dem gerade gefundenen Schädel am 15 September 1993.
Quelle: Museum Stockstadt am Rhein

Seit dem Umzug des Museums in das ehemalige Verwalterhaus des Hofgutes Guntershausen, befindet sich der Schädel derzeit dort im Museumsdepot und wird lediglich im Rahmen von Sonderführungen gezeigt.

Der Steppenbison ist eine ausgestorbene Art der Bisons. Er ist der Vorfahre des Amerikanischen Bison und des Europäischen Wisent. Während der letzten Kaltzeit im Pleistozän war dieses Wildrind auch in Europa weit verbreitet, bis es dort vor 11.700 Jahren verschwand. Die Erscheinung des Steppenbisons war der anderer Bisonarten sehr ähnlich. Jedoch unterschied er sich durch längere Hörner sowie eine allgemein größere Statur und erreichte etwa an die 2 Meter Schulterhöhe. Gewichtsschätzungen belaufen sich auf 700 bis 800 kg.

Das Verbreitungsgebiet des Steppenbisons erstreckte sich in den Kaltzeiten über die eisfreien Teile Europas, Asiens und Nordamerikas. Der Lebensraum des Steppenbisons war die sogenannte Mammutsteppe, in der auch das Wollhaarmammut, Wollnashorn, Wildpferd, die Saiga-Antilope und andere Großtiere lebten.


Zurück zu Museum Stockstadt Online