„Farbe – Frei in Raum und Zeit“ – Neue Kunstausstellung auf dem Hofgut Guntershausen

Der Förderverein Hofgut Guntershausen e. V. zeigt im ehemaligen Verwalterhaus des Hofgutes Guntershausen/Kühkopf, 64589 Stockstadt am Rhein, in der Zeit vom 31. August – 28. Oktober 2018 Acrylbilder bzw. Aquarelle von Renate Reinhardt und Helmut Tischer. Die neue Kunstausstellung trägt den Titel „Farbe – Frei in Raum und Zeit“.

Zur Vernissage am 31. August 2018 um 19 Uhr sind alle Interessierten recht herzlich eingeladen.

Renate Reinhardt widmet sich – nach einem Lehramtsstudium mit Hauptfach Kunst -seit über 20 Jahren der freien, intuitiven Acrylmalerei. Auf meist großformatigen Leinwänden entstanden so zum Teil imaginäre Landschaften oder andere an Konkretes erinnernde Bilder. Seit 15 Jahren bietet sie Sommermalkurse in Kleingruppen an.

Helmut Tischer – ebenfalls ausgebildeter Kunstpädagoge – zeigt farbintensive, mehrschichtige, abstrakte Aquarelle in unterschiedlichen Formaten. Er ist außerdem ausgebildeter Musikpädagoge und Qigong- Lehrer und bietet daher zwei Vorführungen des „Wildgans Qigong“ am 15. September und am 13. Oktober 2018 jeweils um 15 Uhr in den Ausstellungsräumen an.

Die Ausstellung ist bis zum 28. Oktober 2018, samstags sonntags und feiertags von 13 bis 17 Uhr bei freiem Eintritt zu besichtigen, wobei Spenden zu Gunsten des Fördervereins erbeten sind.


Weitere Informationen zu unseren Ausstellungen finden Sie hier…

Die Fähr´ fährt LEIDER NICHT am Kellerweg-Fest-Sonntag

 

UPDATE: Aufgrund des niedrigen Wasserstands kann die Fähre am 19. August leider nicht fahren!

 

Die Fähr´ fährt! am Kellerweg-Fest-Sonntag

Am Sonntag, 19. August wird zwischen 11 und – extra lang – 20 Uhr im Rahmen eines weiteren Aktionstages die Kühkopf-Fähre fahren, was insbesondere für die Besucher des Kellerweg-Festes aus dem hessischen Ried interessant ist. Mit Blick auf den aktuell niedrigen, aber noch ausreichenden Stand des Rheinwasserpegels sollten sich alle Fährgäste vor Fahrtantritt in der website des Fähr-Fördervereins darüber informieren, ob der Fährtag evtl. wegen Niedrigwasser abgesagt werden muss: www.kuehkopf-faehre.de.

Der Festsonntag beginnt um 11 Uhr mit einem musikalischen Frühschoppen mit dem Musikverein St. Julianen im Keller Nr. 1 (Familienweingut Frey) und den Kellersängern am Julianenbrunnen. Während des gesamten Tages spielen und singen verschiedene Gruppen in den Kellern und Kelterhäusern. Um 19 Uhr startet am Julianenbrunnen die Rock-Pop-Classic-Night mit der Band „Blue Jeans“. Musikklassiker der letzten vier Jahrzehnte stehen auf dem abwechslungsreichen Programm, natürlich bei freiem Eintritt.

Wer einen Blick in ansonsten verborgene Gewölbe- und Weinkeller werfen will hat dazu nachmittags Gelegenheit. Zusammen mit dem Wein – und Kulturbotschafter Degünther und dem Ortsführer Muth findet dazu Keller(weg)führungen statt. Anmeldungen sind unter Tel. 06249 804493 erforderlich, dabei erfolgt auch die Terminvergabe. Wer mehr über Guntersblum, seine Geschichte und Sehenswürdigkeiten erfahren will, begleitet dazu ab 16 Uhr die Ortsführer Strohm bei ihrem Rundgang durch Guntersblum. Gruppen melden sich an unter Tel. 06249 670616.

Aber auch an die jüngeren Besucher hat der Verkehrsverein gedacht. Um 14 Uhr startet das bunte Spieleprogramm. Durch den gesamten Kellerweg werden an mehreren Stationen die verschiedensten Attraktionen angeboten, unter anderem Schminken, Malen, Tattoo, Jongleur, Fasschluppe, Weinfass-Hüpfburg und erstmals die Kellerweg-Rallye mit Preisen für die 3 Sieger.

Das Kellerweg-Fest ist mehr als ein Weinfest, darauf legen die Veranstalter seit vielen Jahren großen Wert. Aber natürlich ist auch an diesem Tag an über 30 Kellern und Ständen die gesamte Palette mit über 400 Weinen, Sekte und Seccos sowie vielfältigen Speisen im Angebot. Und die Kühkopf-Fähre bringt Sie hin. Näheres unter: www.kellerweg-fest-guntersblum.de.


Presseinformation zum Kellerweg-Fest 2018
hier: Kellerweg-Fest-Sonntag
(Verfasser: H. Jürgen Haas, Verkehrsverein Guntersblum, 30.07.2018)

 

Sieben neue Kräuterpädagoginnen

Ried Echo vom 7.8.2018

Von Rene Granacher

STOCKSTADT – Sieben Kräuterpädagoginnen gibt es seit dem Wochenende, die meisten davon aus Südhessen. Mit einer Abschlussprüfung im Hofgut Guntershausen endete ein rund einjähriger Lehrgang der Gundermann-Akademie, die den Teilnehmerinnen das Wissen um heimische Wildpflanzen in Theorie und Praxis vermittelte. An zehn Wochenenden ging es um das sichere Erkennen von Pflanzen und um ihren Einsatz – sei es in der Küche oder in der Heilkunde.

Zur Abschlussveranstaltung war am Samstag auch Bürgermeister Thomas Raschel (CDU) gekommen, der in den Kräuterkenntnissen einen weiteren Schatz der „Schatzinsel Kühkopf“ sah: „Ich freue mich, wenn das alte Wissen aufgegriffen und ans Tageslicht gebracht wird.“ Für den Förderverein des Hofguts war Jörg Hartung im Verwalterhaus dabei.

Zum Abschluss ihres Lehrgangs bewiesen die Frauen ihre über ein Jahr erworbenen Kenntnisse zunächst in einer theoretischen Prüfung, dann in einer kurzen Themenführung. Solche sollen die frisch gebackenen Pädagoginnen selbstständig anbieten können, weshalb die fachgerechte Vorbereitung wichtiger Teil der Ausbildung war. Viel Raum nahm auch die Zubereitung lukullischer Genüsse aus Wildpflanzen ein.

Über das Ausbildungsjahr hinweg hatte sich jede Teilnehmerin auch ein eigenes Herbarium angelegt: einen Ordner mit selbst gesammelten und gepressten Pflanzen. Weil auch Präsentation und Vermarktung dazugehören, war für das Wochenende ein individueller Tisch mit Ausstellungsstücken vorzubereiten, wie er etwa auf Veranstaltungen aufgebaut werden könnte. „Komm mit ins Grüne – Wildkräutersalz von der Unkrautwiese“ war etwa der Tisch von Kerstin Beimborn überschrieben. Neben Salzen hatte sie auch Beispiele für Kräuterlimonade und -gebäck dabei.

Gaby Kissel aus Gernsheim zeigte eine bunte Mischung von Wildkräuterquiz, Kräuterspaziergang und einer „Kräuterbutter vom Wegesrand“. Anja Bauer aus Trebur hatte das Motto „Kräuterpicknick mit dem König“ gewählt und spielte damit auf die „edle Familie“ der Wegerichgewächse an.

Absolventinnen bereiten Ausstellung vor

„Wildkräuter-Entdeckungen für die ganze Familie“ will Angela Weiss aus dem Rheingau bieten, mitgebracht hatte sie etwa Spitzwegerich-Brötchen und Rosmarin-Öl. Die Biebesheimerin Elke Albrecht hatte ihren Tisch dekorativ gestaltet mit bepflanzten Schuhen und regionalem Führungs-Zubehör wie einer Autanflasche. Silke Krapp hatte zum Motto „Von der Wiese in die Butter“ ihre Präsentation um einen Schaukasten ergänzt.

Eve Koutny aus Klein-Gerau zeigte flüssige Zubereitungen: Essige, Liköre und Schnäpse mit heimischen Wildpflanzen. Für ihre Kräutersalze hatte sie gezielt solche Pflanzen benutzt, die bei der gegenwärtigen Dürre noch zu finden sind, erklärte sie in ihrem Prüfungsgespräch


Zum Pressearchiv geht es hier…

Ernten mit dem Rübenheber

Ried-Echo vom 31.7.2018 (von Benita Nold)

STOCKSTADT – Grübelnd steht der Museumsbesucher vor einer Glasvitrine. Was versteckt sich hinter diesem ungewöhnlichen Ding? Ein Teil einer Kutsche? Ein Werkzeug? Es ist ein Rübenheber. Ein Werkzeug, das zur Ernte von Rüben verwendet wurde. Das Ausstellungsstück ist über 100 Jahre alt und befindet sich im Heimatmuseum Stockstadt.

So wie eine alten Kutschenlaterne, ein Fernsprechgerät, ein Locher und eine Schreibmaschine ist der Rübenheber ein Alltagsgegenstand des 19. Jahrhunderts. Bis in die vierziger Jahre erfolgte die Ernte noch in Handarbeit. Den Rübenheber setzte man bei festem oder ausgetrocknetem Boden ein, wenn sich die Rübe nicht mit bloßen Händen herausziehen ließ. Schon bald war der handgeschmiedete Rübenheber jedoch veraltet. Erste Rübenerntemaschinen kamen ab 1860 auf den Markt.

Mit Hilfe der Maschinen wurde der Boden aufgelockert und die Rüben angehoben, sodass sie leichter aus der Erde gezogen werden konnten. Ab 1920 kamen pferdegezogene Rodepflüge auf, die zwei Zinken besaßen. Mit dem Pflug war der Bauer in der Lage, die Rüben ganz aus dem Boden zu pflügen und seitlich abzulegen. Ende der dreißiger Jahre gab es dann zweireihige Köpfschlitten, die zusätzlich mit waagerecht angebrachten Messern die Rübenblätter abschnitten. Die Maschinen erledigten die Arbeit von zehn Arbeitern. Heutzutage wird die unvorstellbare, mühsame und zeitaufwendige Arbeit von hoch technisierten Vollerntemaschinen übernommen.

Auch andere Dinge haben sich weiterentwickelt. Ein „Fernsprechapparat“ heißt heute Telefon und hängt nicht mehr an einem Kabel. Statt Schreibmaschinen gibt es Computer, Kutschen sind kaum noch auf öffentlichen Straßen zu sehen. Wie sich alles verändert hat, wird im Stockstädter Museum deutlich.

Das Museum ist untergebracht im ehemaligen Verwalterhaus des Hofguts Guntershausen auf dem Kühkopf. Neben Kunst- und Sonderausstellungen wird eine Dauerausstellung zur Geschichte des Hofguts gezeigt. Ein Modell des früheren Herrenhauses und ein Modell der Wirtschaftsgebäude zeigen, wie sich die Anlage verändert hat.

Auf Informations-Tafeln kann sich der Besucher ausführlich über Vergangenes und Aktuelles informieren. Mit den Exponaten wird Geschichte zum Leben erweckt. Ein ausgestopfter Jagdfasan erinnert ebenso an vergangene Jagdausflüge wie ein Klappstuhl, den der russische Zar Nikolaus II. bei seiner „Hubertus-Jagd“ benutzt haben soll.


Unser Pressearchiv finden Sie hier…

Weitere Informationen zum Museum im Hofgut finden Sie hier...

Vom Erproben der Möglichkeiten

Ried-Echo vom 2.7.2018 (von René Granacher)

Vom Erproben der Möglichkeiten

WALTRAUD VOSNIAK Oppenheimer Künstlerin zeigt Bilder und Skulpturen im Hofgut Guntershausen

STOCKSTADT – Werke in verschiedenen Techniken und Stilen umfasst die Ausstellung von Waltraud Vosniak, die am Freitagabend im Verwalterhaus des Hofguts Guntershausen eröffnet wurde. Die Oppenheimerin zeigt Bilder in Acryl, Aquarell und Öl ebenso wie Keramiken und Bildhauerarbeiten. Betitelt ist die Zusammenstellung mit „Spuren von Begegnungen“. Claudia Blum-Borell vom Förderverein des Hofguts begrüßte die Gäste der Vernissage.

Die künstlerische Mischung ist gekennzeichnet vom Erproben verschiedener Möglichkeiten. In ihrer Einführung beschrieb Vosniak den Unterschied zwischen Bildhauerei und Plastizieren: Ist ein Wegnehmen vom Stein nicht mehr rückgängig zu machen, so kann man beim aufbauenden Arbeiten immer wieder hinzufügen und verbessern, bis der gewünschte Endzustand erreicht ist.

Wiederholtes Übermalen und Perfektionieren

Die ausgestellten Objekte legen Zeugnis davon ab, dass diese Vorgehensweise auch diejenige ist, die der Künstlerin mehr liegt. Zwei große Keramikarbeiten lassen am ehesten eine eigene Handschrift erkennen: die „Aufsteigende“, eine weibliche Aktfigur, und der als weiblich angedeutete Torso mit Stierkopf, der mit „Zerrissene Seele, Stier-Frau“ bezeichnet ist.

Von der Zerrissenheit, mit der Vosniak sich selbst in ihrem Sternzeichen widerspiegeln will, ist im fertigen Werk zwar wenig spürbar, doch bilden die Proportionen und die Oberflächenstruktur der dunklen Minotaurus-Frau ein gefälliges Ganzes. In Sandstein sind etwa ein stilisierter Falke, ein liegendes Schwein und eine Frauenbüste zu sehen.

Auch unter den Gemälden und Zeichnungen sind diejenigen am gelungensten, deren Technik (Öl oder Acryl) ein wiederholtes Übermalen und Perfektionieren erlaubt. Die zahlreichen Aquarelle zeigen vor allem, dass es eine gute Beherrschung dieser Technik und auch ein Gefühl für die Wirkung von Farben braucht, damit ein Ergebnis jenseits der Wasserfarbenbilder auf Schulniveau entsteht. Eine gelungene Zeichnung ist der liegende Akt, den Vosniak mit Lokalfarben auf zuvor gelb eingefärbtem Papier gestaltet hat.

Zu den Acrylbildern gehört etwa „wein_reich“: Ein Blick von oben auf gefüllte Weingläser, sodass sich auf Basis einer Palette vor allem von Gelbtönen ringförmige Strukturen abzeichnen. Das hat ebenso graphische Anklänge wie „Südstrand-Häuser“, das beste der Ölbilder in der Ausstellung. Ebenfalls in Öl ausgeführt ist der „Seespaziergang à la Macke“, die Nachahmung eines expressionistischen Stils.

Das Acrylbild „Portrait Freund“ gefällt vor allem durch die gelungene Modellierung des Gesichts, ergänzt ist es um Collagenelemente. Im Bild der „Madame Euro“ wurden geschredderte Geldscheine verarbeitet. Das Bild einer weißen Amaryllisblüte wirkt durch seine reduzierte Buntheit und die klar gemalte Blüte vor verwaschenem Hintergrund. Ähnlich angelegt sind die „weißen Tulpen auf Rot“. Als größtes Format innerhalb der Ausstellung fällt „Bewahr dir dein Leben!“ auf, ein Wimmelbild mit Anklängen an die Naive Malerei.

 

  • TERMIN

Die Ausstellung ist bis zum 26. August im Verwalterhaus des Hofguts Guntershausen zu sehen. Geöffnet ist samstags und sonntags jeweils von 13 bis 17 Uhr, der Eintritt ist frei. (gra)


Zu unserem Presse-Archiv geht es hier…

Humorvolle und symbolstarke Begegnungen – Neue Ausstellung im Hofgut Guntershausen

„Spuren der Begegnungen“ heißt die neue Ausstellung der Oppenheimer Künstlerin Waltraud Vosniak, die am Freitag 29. Juni 18 um 19 Uhr im ehemaligen Verwalterhaus des Hofgutes Guntershausen/Kühkopf, 64589 Stockstadt am Rhein eröffnet wird. Der Förderverein Hofgut Guntershausen und die Künstlerin laden hierzu recht herzlich ein.

Gezeigt werden Skulpturen und Gemälde im Spannungsfeld untypischer Begegnungen mit starker Symbolkraft. Die Stier-Frau fällt gleich beim Betreten der Ausstellung ins Auge: Eine knapp einen Meter hohe, kraftvolle Skulptur aus dunklem Ton. Winterhart gebrannt. Dieser Stier hält etwas aus.

Starke Hörner, eine freundlich lächelnde Schnauze, riffelige Haut, eine anmutige Haltung. Ist das nicht untypisch? Widersprüchlich? Eigentlich Symbol der Männlichkeit, begegnet dieser Stier seiner Umwelt mit ebenso vielen weiblichen Attributen.

Waltraud Vosniak nennt diese zentrale Skulptur ihrer Ausstellung „Zerrissene Seele: Stier – Frau“. In ihr erkennt sie sich selbst: „Ich bin Frau – und Stier. Nicht nur vom Sternzeichen. Ich sehe auch oft rot. Gehe mit den Hörnern durch die Wand. Ich möchte immer alles auf einmal.“ Gepaart mit den weiblichen Qualitäten ihrer Stier-Skulptur, kann daraus eine beeindruckende Kraft entstehen. Die Stier-Frau von Waltraud Vosniak wartet ab, bevor sie ihre Hörner einsetzt. Und sie hat große, menschliche Ohren. Damit kann sie zuhören, ohne gleich rot zu sehen.

Die Begegnung mit dem Weiblichen ist ein wiederkehrendes Motiv in Waltraud Vosniaks Werken. Zum Beispiel in dem aus weißem Ton modellierten Obelisken „Generationen“, der das Kräfte-Dreieck Tochter – Mutter – Großmutter thematisiert. Oder in dem farbigen Acrylbild „Familienbande“  in der die Frauen der Familie zentrale Positionen einnehmen.

Auch die selbstbewusste „Raucherin“ (weißer Sandstein) und „Die Aufsteigende“ (dunkler Ton) passen in diese Motiv-Linie.

Die Ausstellung zeigt außerdem farbenfrohe und verspielte Malereien von Waltraud Vosniak. Unter anderem eine humorvolle Emu-Serie: Das Tier steckt nicht, wie von ihm erwartet wird, den Kopf in den Sand, sondern begegnet dem Leben mit schalkhaft-herausforderndem Blick. Insgesamt umfasst die Ausstellung sieben Skulpturen und 40 Bilder. Die meisten der Werke stehen auch zum Verkauf.

Waltraud Vosniak wurde 1948 in Münster / Westfalen geboren. Schon als Jugendliche arbeitete sie in einem Atelier und wollte Kunst studieren, entschied sich dann aber doch für eine „bodenständige“ Karriere. Eine Sommerakademie vor 12 Jahren rief die lebenslange Leidenschaft wieder wach. Seitdem lebt Waltraud Vosniak ihren Traum, arbeitet jeden Tag im Atelier oder in der Werkstatt und hat jedes Jahr eine Ausstellung. Waltraud Vosniak ist Mitglied im Künstlerkreis Nierstein.

Die Ausstellung ist bis zum 26. August im Verwalterhaus des Hofgutes auf dem Kühkopf jeweils an den Wochenenden und Feiertagen von 13 bis 17 Uhr zu sehen.


Weitere Informationen zu unseren Kunstausstellungen finden Sie hier…

Englische Nobel-Toilette im Heimatmuseum

Ried Echo vom 05.06.2018

Von Benita Nold

STOCKSTADT – „Was macht denn die Toilette da?“, fragt sich womöglich der eine oder andere Besucher des Stockstädter Heimatmuseums. Inmitten von alten Werkzeugen, Kutschenteilen und einem Modell des früheren Herrenhauses des Guts steht sie auf einer Erhöhung aus Holz. Sie ist in blauer Farbe mit Fasanen, Blumenranken und Blattwerk prunkvoll bemalt und glasiert. Sie ist ein richtiges „Nobel-WC“.

Nach fast 40 Jahren kehrte der Toilettensitz 2014 auf den Kühkopf zurück. Die Nobel-Toilette gehörte Cornelius Wilhelm Freiherr von Heyl zu Herrnsheim und befand sich im ehemaligen Herrenhaus des Hofgutes Guntershausen. Kurz vor dem Abbruch des „Herrschaftshauses“ Ende der siebziger Jahre wurde die Toilette vom Sohn des früheren Gutsverwalters, Thomas Gaudchau, vor der Zerstörung gerettet und seither aufbewahrt. Er übergab die Rarität an den Förderverein Hofgut Guntershausen für das Museum im Hofgut.

Es handelt sich um eine Toilette der Marke „Cauldon“ mit dem Modellnamen „The Neptun“, die in den 1890er Jahren in England in der Grafschaft Staffordshire, vermutlich von der Firma „Brown-Westhead, Moore & Co“ produziert wurde. Der Überlieferung nach befanden sich ursprünglich zwei dieser Toiletten im Herrenhaus, wovon eine allerdings zu Bruch ging.

Solange es im Haus noch kein fließendes Wasser gab, musste zur Spülung der Toiletten ein eigens im Dachgeschoss angebrachter Wassertank von den Bediensteten des Freiherrn mit Eimern aufgefüllt werden. Da der Freiherr von Heyl zu Herrnsheim in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg regelmäßig zahlreiche hochrangige Jagdgäste wie Prinz Heinrich von Preußen, Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein sowie König Wilhelm II von Württemberg in seinem Herrenhaus empfing, ist davon auszugehen, dass diese Toilette dort gelegentlich auch von diesen Herrschaften aufgesucht wurde.

Zar Nikolaus II von Russland war ebenfalls Besucher des Freiherrn. Ihm wurde ebenfalls ein Exponat im Museum gewidmet. Eine Nachbildung des Klappstuhls des Zaren, auf dem er während der „Hubertus-Jagd“ am 3. November 1903 gesessen hatte, steht direkt neben dem Nobel-WC. Auf der Lehne ist zu lesen: „Auf diesem Stuhle saß Nikolaus II., Kaiser von Russland, auf der „Hubertus-Jagd“ im Jahre 1903 zu Guntershausen“. Wer damals die Beschriftung anbrachte, ist heute nicht mehr nachvollziehbar.

Klappstuhl für Zar Nikolaus

Um eine Nachahmung handelt es sich deshalb, weil der originale Klappstuhl im Besitz der in Guntersblum lebenden Nachkommen des früheren Oberförsters Alois Bauer ist, der den Stuhl nach der Jagd an sich nahm. Bauer wohnte im Forsthaus des Hofgutes Guntershausen auf dem Kühkopf und unterstützte den Freiherrn von Heyl zu Herrnsheim bei der Organisation und Durchführung der Jagd.

„Dem Tagebuch des Zaren ist zu entnehmen, dass er diesen Tag als sehr angenehm empfand, er fühlte sich auf dem Kühkopf sehr wohl“, ist auf einer der vielen erklärenden Tafeln zu lesen, die an den Wänden des Museums aufgehängt wurden. Ein Bild des Zaren, die auf seinen Besuch abgestimmte Tagesordnung sowie seine Jagdgesellschaft sind für einen anschaulichen Eindruck der Geschehnisse auf der Tafel platziert worden.


Zum Pressearchiv

Horst Eckert stellt auf dem Hofgut Guntershausen sein Buch „Der Preis des Todes“ vor

Ried Echo / Stockstadt 02.06.2018

Horst Eckert stellt auf dem Hofgut Guntershausen sein Buch „Der Preis des Todes“ vor

Von Anke Mosch

STOCKSTADT – Der Krimiautor Horst Eckert ist ein früherer Journalist, der eines nie wollte: einen Journalisten zur Hauptfigur seiner Romane zu machen. „Meine ausgedachten Kriminalfälle möchte ich von Leuten lösen lassen, die das auch im wirklichen Leben machen – das ist meinem Realitätssinn geschuldet“, sagte Eckert. Schließlich sei er in 15 Jahren Fernsehjournalismus auch nicht ständig über Leichen gestolpert und habe zwar schon mal über einen Mord berichtet, die Ermittlungsarbeit aber tunlichst Kriminalbeamten überlassen.

Hauptfigur gerät in einen Gewissenskonflikt

Eckert war am Mittwochabend in den ehemaligen Pferdestall des Hofguts Guntershausen gekommen, um in der Reihe der Kreisvolkshochschule „Krimispannung mit der VHS“ seinen im März erschienenen Politthriller „Der Preis des Todes“ vorzustellen. Noch vor Beginn der Lesung bekannte er, sich in seinem 15. Roman von seinem schriftstellerischen Dogma gelöst zu haben. Denn Hauptfigur ist die junge Journalistin Sarah Wolf, die erst seit kurzer Zeit die wichtigste Polit-Talkshow im Abendprogramm der ARD leitet. Ihr Leben mit dem Kampf um Karriere und Quoten wird noch dadurch verkompliziert, dass sie heimlich mit Christian Wagner liiert ist, Shootingstar der SPD und Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, dem eine große Karriere vorhergesagt wird. Wenn da nicht seine Beziehungen noch aus seiner Abgeordnetenzeit zu dem größten privaten Krankenhausbetreiber Samax wären. Als Samax den wichtigsten Konkurrenten aufkaufen will und ein befürwortendes Schreiben Wagners an den Wirtschaftsminister bekannt wird, gerät Sarah in einen Gewissenskonflikt.

In seiner Lesung quer durch das Buch bis gegen Ende des zweiten Drittels schilderte Eckert auch Sarahs Sendung zum Thema Lobbyismus, in deren Vorfeld sie sich schweren Herzens für einen Einspieler über ihren heimlichen Geliebten entschieden hat – um dann entgeistert während der Live-Show feststellen zu müssen, dass der entsprechende Beitrag um den Teil über Wagner gekürzt wurde. Als sie nach der Sendung in den Schneideraum stürmt, erfährt sie, dass der Staatssekretär kurz zuvor erhängt in seiner Berliner Wohnung gefunden worden war. Was Sarah – und die Zuhörer – schon geahnt hatten, wird schnell Gewissheit: Tatsächlich war es Mord, und die Journalistin beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln. Die Spuren führen ins größte Flüchtlingslager der Welt, nach Dadaab im Nordosten Kenias und zum dortigen Krankenhaus.

 

  • ERLÄUTERUNGEN

Horst Eckert unterbrach seine Lesung immer wieder für ergänzende Erklärungen. So erfuhren die Zuhörer, dass der Glauser-Preisträger nur ein weiteres schriftstellerisches Dogma hat: Seine Thriller sollen in der Großstadt angesiedelt sein, weil dort alle sozialen Milieus vertreten sind. Für Eckert, der seit über 30 Jahren in Düsseldorf lebt, ist es die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt. In „Der Preis des Todes“ wird auch dieses Prinzip zumindest aufgeweicht. Denn Düsseldorf wird hier zum Nebenschauplatz, in den üblen Machenschaften um Gesundheitspolitik treten Berlin und das gigantische Flüchtlingslager in der Halbwüste Kenias in den Mittelpunkt. (anmo)


zum Pressearchiv

„Bees Denäwe“ pflegt das Ried-Heimatgefühl

Ried-Echo vom 7.5.2018

Von René Granacher

STOCKSTADT – Konzerte von „Bees Denäwe“ sind Abende, bei denen das Ried sich selbst feiert und viel Spaß dabei hat. Wobei „Konzerte“ die Sache kaum noch trifft, denn über die Jahre hat sich der Erzählanteil bei den Shows von Klaus Lohr und Franz Offenbecher immer mehr vergrößert: Wenn man nach drei Stunden Kurzweil geht, hat man erstaunlich wenige Lieder gehört.

Trockener Humor zu Musik vom Typ Country-Rock

Vielleicht trägt das ja noch dazu bei, dass der Hunger auf das Ried-Duo nie ganz gestillt wird und ihre Auftritte oft innerhalb von Stunden ausverkauft sind. So war es auch bei der Veranstaltung am Freitagabend, zu der die Kulturinitiative Stockstadt die beiden Musiker in den ehemaligen Pferdestall des Hofguts Guntershausen eingeladen hatte. Der rustikale Rahmen passte hervorragend zu den Sängern, deren Auftrittskleidung Stalljacke und Gummistiefel ist.
Unter den vielen gut erfundenen Anekdoten an diesem Abend war auch die von der älteren Zuhörerin, die um ein Stück „Heimatmusik“ bat – und auf nähere Nachfrage das Kufsteinlied als Beispiel nannte. „Gebirgsmusik!“, gab Lohr sich fassungslos, wo doch die höchste Erhebung in Stockstadt das Geländer der Altrheinbrücke sei. Dagegen setzt „Bees Denäwe“ also echte Ried-Heimatmusik wie „Mir sein aus‘m Ried“ als heimliche Hymne der Region, deren beinahe ekstatischen Refrain viele im Publikum schon mitsingen konnten.
Die weitere Mischung war so einzigartig, wie man sie nur von Lohr und Offenbecher kennt: Südhessische Mundart und trockener Humor zu Musik vom Typ Country-Rock – und von Klaus Lohr eine Röhre, mit der er auch Heavy Metal singen könnte. Da paart sich sein Erzähl- und Unterhaltungstalent, das er mit sympathischer Natürlichkeit und Selbstironie auf die Bühne bringt, mit einem professionellen Niveau der musikalischen Darbietung, das die beiden Ried-Barden hinter all den Pointen und Späßen geradezu verstecken.
So erzählt Lohr von Hessisch-Integrationskursen, die er für Syrer „und Leute aus’m Neubaugebiet“ gebe, damit die erstmal wichtige Wörter wie „Kroppedeckel“ lernen. Überhaupt, die Mundart: Deren Aussterben wollen die beiden zumindest verzögern mit Liedern über „Stoppeler, Kruscheler, Fuddler und Hockeler“, die zum besseren Verständnis mit vielen heiteren Erläuterungen begleitet wurden.
Zu hören waren Klassiker wie die „Bombelkapp“ oder das schönste Ried-Seemannslied „Ahoi, Ahoi“ (über die Fahrt nach Guntersblum), ebenso aber Neueres wie „Ei, gugge mol do“ (über die Konfrontation zwischen Riedbewohnern und Stadtvolk) oder „Liebe auf’m Land“. Hier gehörte als Anekdote dazu, wie man als Jüngling aus dem Ried einst in der Disco keine Chancen bei den Damen hatte. Immerhin: Die Jünglinge aus dem Odenwald durften in die Disco gar nicht erst rein.
Lohrs ausdrucksstarke und wandlungsfähige Stimme belebte auch hessisch-englische Mischungen wie „Sing with me the Äbbelwoi-Song“ oder das Werk über den Odenwälder Ur-Jodler, das den Dialekt des nahen Mittelgebirges sanft auf die Schippe nimmt. Mehr Gefühl als Spaß gab es ausnahmsweise bei „Ich geheer ins Ried“ – dem dafür eine ausführlich-humoristische Betrachtung vorangestellt wurde, welche Orte dem Ried eigentlich zuzurechnen seien. Am Schluss stand nach der Logik des Rückwärts-Konzerts das gemeinsame Einsingen: Dazu hielt das Duo den so sinnfreien wie witzigen Nonsens-Ohrwurm „Lalalaa“ bereit.

Ein Auftritt von „Bees Denäwe“ ist wohl die heiterste Art, sein Heimatgefühl zu pflegen. Für die passende Bewirtung mit Äbbelwoi und deftigen Speisen sorgte an diesem Abend der Förderverein des Hofguts Guntershausen.


Zum Pressearchiv