Merian Podcast – Reisen beginnt im Kopf

In einer neuen Podcast-Reihe erkundet das Merian Team Darmstadt mit seiner berühmten Mathildenhöhe, die Fachwerkstadt Groß-Gerau, das Naturschutzgebiet Kühkopf-Knoblochsaue (mit dem Hofgut Guntershausen) und Rüsselsheim mit seiner spannenden Industriegeschichte und großer Kunst. 

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Schwedens zweitgrößte Stadt hat einen festen Platz im Herzen von Merian-Chefredakteurin Tinka Dippel. Ihrer Podcast-Kollegin Silvia Tyburski – ebenfalls große Schweden-Freundin – erzählt sie in dieser Folge von ihren Erlebnissen in Göteborg. Schon die Anreise mit der Fähre: Ganz großes Reisekino mit dem Riesenkran in Eriksberg am Flussufer als Auftakt. Ein Stück weiter den Fluss Göta älv rauf steht seit kurzem Skandinaviens höchstes Hochhaus, der Karlatornet, wo im Mai eine neue Aussichtsplattform eröffnen soll. Weitere Lieblingsorte: die Markthalle, der Fischmarkt, der große Botanische Garten und der Schärengarten in der Nordsee.
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Das Hofgut Guntershausen als Drehort

Historischer Kurzfilm – Ein Schattenspiel um den Tod

Kürzlich diente der alte Gewölbekeller unter dem Südflügel des Hofutes Guntershausen auf dem Kühkopf als Filmkulisse für den historischen Kurzfilm „Ein Schattenspiel um den Tod“, der als Prüfungsarbeit für das „Digital Film Production Diploma“ an der SAE (School of Audio Engineering) in Frankfurt am Main gedreht wurde. Die besondere Location auf dem Kühkopf wurde von Herrn Jan Folger im Rahmen seines Studiums der Filmproduktion als Drehort ausgewählt. In seiner Arbeit geht es darum, dass ein Film aus der Vergangenheit als Vorlage genommen wird, aus der wiederum ein eigener Film erschaffen wird, der visuell und technisch an die Vorlage angepasst ist.

Szenenfoto aus dem Kurzfilm „Ein Schattenspiel um den Tod“ (Foto: Jan Folger)

Die Vorlage für „Ein Schattenspiel um den Tod“ ist „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ vom Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau, aus dem Jahre 1922. Hierbei werden von Jan Folger und seinem Team die visuellen Merkmale des historischen Films (z.B. Schwarz-Weiß-Film, 4:3 Format, das Arbeiten mit Schatten) auf das neue Werk angewendet bzw. kopiert.

Jan Folgers Werk handelt von der Protagonistin Theresa Donner, die von einem Schattenmonster namens Umbra heimgesucht wird. Das Monster hat schon die gesamte Nachbarschaft auf dem Gewissen. Die entscheidende Frage ist also: Wird auch Theresa sterben?

Für die Dreharbeiten suchte sich das Team sowohl das Scharfrichterhaus in Groß-Gerau, als auch das Hofgut Guntershausen auf dem Kühkopf aus. Der Förderverein Hofgut Guntershausen e. V. freut sich darüber, dass das Hofgut als Drehort für diese Arbeit gewählt wurde und wünscht Herrn Folger viel Erfolg für den Film und sein Studium.

Aus dem Stockstädter Museum – Das Ziffernblatt der Kirchturmuhr

Im Museum der Gemeinde Stockstadt am Rhein, im Verwalterhaus des Hofgutes Guntershausen, befindet sich eines von vier Ziffernblättern von der Turmuhr der Evangelischen Kirche in Stockstadt am Rhein. Das 135 mal 135 cm große Ziffernblatt aus Eisenblech gehört bereits seit 1984 zum Museumsbestand. Es ist mit schwarzer Farbe grundiert, auf der kreisförmig und in goldener Farbe römische Ziffern aufgetragen sind. Vergoldet sind auch die beiden Zeiger der Uhr.

Die Stockstädter Kirche wurde bekanntlich in den Jahren 1607/08 erbaut, so alt ist das hier vorhandene Ziffernblatt allerdings nicht. Da der Kirchturm am 04. April 1704 von einem Blitz getroffen wurde und völlig abbrannte, aber bereits ein Jahr später wieder neu aufgebaut werden konnte, sind auch die Ziffernblätter der Uhr erst nach der Fertigstellung des neuen Kirchturms zu datieren. Im Zuge der grundlegenden Kirchenrenovierung im Jahre 1974 wurden die quadratischen Ziffernblätter schließlich durch neue ersetzt, die nun rund und in blauer Farbe grundiert sind.

Museumsleiter Jörg Hartung zeigt das alte Ziffernblatt der Stockstädter Kirchturmuhr (Foto: Museum)

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Aus dem Stockstädter Museum – Das alte Stockstädter Rathaus von 1537

Dass wir heute eine Vorstellung über das ursprüngliche Aussehen des historischen Stockstädter Rathauses von 1537 haben, verdanken wir dem früheren Pfarrer Heinrich Wagner, der bei Umbauarbeiten im Jahre 1910 ein Foto des alten Rathauses schoss, welches das Gebäude als Fachwerkbau erkennen lässt. Hierzu legte der Pfarrer folgende Notiz an: „Das Rathaus wird gesamt hergestellt. Unter dem abgeschlagenen Verputz zeigt sich schönes, aber schlecht erhaltenes Holzfachwerk. Der obere Stock erhält deshalb Schindelung, 1910.“

Den bei der Renovierung abgeschlagenen Putz erhielt das Rathaus vermutlich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Im Zuge der Arbeiten im Jahre 1910 wurden im Erdgeschoß auch die Haupteingangstür und der separate Eingang zur „Betzekammer“, dem früheren Ortsgefängnis, zugemauert. Im Inneren gestaltete man das Treppenhaus um und brach eine neue Haupteingangstür gegen die Vorderstraße heraus. Der große Raum im Obergeschoss, gegen die Kirchstraße zu, der als Schulsaal diente, blieb erhalten.

Die von Pfarrer Wagner angesprochene Schindelung behielt das Rathaus, das sich an der Ecke der Vorderstraße zur Kirchstraße befand, bis zu seinem Abbruch 1959. Bürgermeister Wilhelm Laut legte aus diesem Anlass eine Notiz an, welche die Motive erkennen lässt, die zum Abriss des Gebäudes führten: „Wegen Baufälligkeit und als großes Verkehrshindernis hat die Gemeindevertretung beschlossen, das alte Rathaus abbrechen zu lassen. Der Metzger und Gastwirt Ludwig Roth, mit seinem Schwiegersohn Georg Mölbert, haben das alte Rathaus zum Abbruch übertragen bekommen. Der frei werdende Platz muß wegen der besseren Übersicht erhalten bleiben. Einige Quadratmeter Bodenfläche, die abgegeben werden können, erhalten die Nachbarn Roth/Mölbert und der Schmiedemeister Hans Mölbert in der Kirchstraße. Das alte Rathaus wurde 1537 erstellt und am 10. Juni 1959 abgebrochen.“

Im Depot des Museums der Gemeinde Stockstadt am Rhein, auf dem Hofgut Guntershausen, werden drei von Jörg Hartung gefertigte Modelle des historischen Rathauses aufbewahrt, die das Gebäude in seinen verschiedenen Bauphasen darstellen.

Das Modell des 1537 erbauten früheren Stockstädter Rathauses zeigt das verschindelte Gebäude, wie es zum Zeitpunkt seines Abbruchs im Jahre 1959 aussah. (Foto: Museum)

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Aus dem Stockstädter Museum – Das Nobel-WC des Freiherrn von Heyl zu Herrnsheim

Im Stockstädter Museum, dem ehemaligen Verwalterhaus des Hofgutes Guntershausen, befindet sich in der Dauerausstellung zur Geschichte des Hofgutes eine in blauer Farbe mit Fasanen, Blumenranken und Blattwerk prunkvoll bemalte und glasierte Toilette. Das Nobel-WC gehörte einst dem Freiherrn von Heyl zu Herrnsheim und befand sich in dessen Herrenhaus auf dem Kühkopf. Kurz vor dem Abbruch des „Herrschaftshauses“, wie die Stockstädter dieses Gebäude nannten, im Jahre 1978, wurde die Toilette vom Sohn des früheren Gutsverwalters vor der Verschrottung gerettet. Im Jahre 2013 übergab dieser das besondere Exponat schließlich an den Förderverein Hofgut Guntershausen.

Es handelt sich bei dieser edlen Keramik um eine Toilette der Marke „Cauldon“ mit dem Modellnamen „The Neptun“, die in den 1890er Jahren in England in der Grafschaft Staffordshire und aller Wahrscheinlichkeit nach dort von der Firma „Brown-Westhead, Moore & Co“ produziert wurde, wie Museumsleiter Jörg Hartung herausfinden konnte.

Da der Freiherr von Heyl zu Herrnsheim zahlreiche hochgestellte Jagdgäste wie Zar Nikolaus II von Russland, Prinz Heinrich von Preußen, Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein, sowie König Wilhelm II von Württemberg in seinem Herrenhaus empfing, ist davon auszugehen, dass diese Toilette dort gelegentlich auch von diesen Herrschaften aufgesucht wurde.

Der Überlieferung nach befanden sich ursprünglich sogar zwei dieser Toiletten im Herrenhaus, wovon eine allerdings zu Bruch ging. Solange es im Haus noch kein fließendes Wasser gab, musste zur Spülung der Toiletten ein eigens im Dachgeschoss angebrachter Wassertank von den Bediensteten des Freiherrn mit Eimern aufgefüllt werden, um den hohen Jagdästen eine Wasserspülung zu ermöglichen.

Das Nobel-WC aus dem Herrenhaus des Hofgutes Guntershausen
Foto: Robert Heiler

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Aus dem Stockstädter Museum – Das Porträt des Großherzogs Ernst Ludwig

Im Stockstädter Museum, dem ehemaligen Verwalterhaus des Hofgutes Guntershausen, befindet sich in der Dauerausstellung zur Geschichte des Hofgutes eine Porträtaufnahme des letzten Hessischen Großherzogs Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein. Der Großherzog wurde am 25. November 1868 in Darmstadt geboren und starb am 9. Oktober 1937 in Schloss Wolfsgarten bei Langen, er regierte das Großherzogtum Hessen von 1892 bis 1918.

Signierte Porträtaufnahme von Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein aus dem Jahre 1906.

Die Porträtaufnahme im Stockstädter Museum ist zudem etwas Besonderes, wie Museumsleiter Jörg Hartung zu berichten weiß, da diese vom Großherzog im Jahre 1906 selbst signiert wurde. Gerahmt ist das 18 mal 23 cm große Bild mit einem schlichten Holzrahmen. Fotos wie dieses wurden von Ernst Ludwig zu besonderen Anlässen an verdiente und hochstehende Persönlichkeiten verschenkt.

In diesem Zusammenhang muss man wissen, dass der letzte Darmstädter Großherzog in den Jahren von 1900 bis 1913 jährlich zur Jagd nach Stockstadt am Rhein beziehungsweise auf den Kühkopf kam. Die zeitgenössische Presse nahm regen Anteil daran, wie es das nachstehende Beispiel der Darmstädter Zeitung vom 30. Oktober 1913 belegt:

„Große Jagd bei Stockstadt.

Heute, Donnerstag, findet auf dem bei Stockstadt am Rhein gelegenen Hofgut des Freiherrn von Heyl die diesjährige erste große Jagd statt. Als Schützen sind anwesend: der Großherzog von Hessen, Prinz Heinrich von Preußen, Fürst Leiningen, Fürst Birstein, Graf Wilhelm von Laubach, Graf Kuno zu Stolberg-Roßla, Graf Görtz, General von Heyl, Exzellenz von Eichhorn, Armeeinspekteur, Exzellenz von Hahn, Generaladjutant des Großherzogs von Hessen, der Adjutant des Prinzen Heinrich von Preußen, Exzellenz Freiherr von Heyl zu Herrnsheim, Baron Cornelius von Heyl zu Herrnsheim, Baron Ludwig von Heyl zu Herrnsheim.“

Der Ausgang des I. Weltkrieges und die damit verbundene Revolution im Jahre 1918 setzte der bisher in dieser Form auf dem Kühkopf betriebenen Jagd großen Stils ein jähes Ende.


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Aus dem Stockstädter Museum – Das Aquarell das Grafen Oberndorff

Aquarell des Hofgutes Guntershausen (damals Schmittshausen), das um 1840 entstand und vom Grafen Carl von Oberndorff gemalt wurde.

Im Museum der Gemeinde Stockstadt am Rhein im ehemaligen Verwalterhaus des Hofgutes Guntershausen befindet sich ein besonders interessantes Aquarell, das um 1840 entstand. Das Werk zeigt die wohl früheste bekannte Darstellung des heutigen Hofgutes Guntershausen, das damals noch „Schmittshausen“ genannt wurde. Der Maler des Bildes war kein geringerer als Graf Carl von Oberndorff. Die Grafen von Oberndorff waren in den Jahren von 1833 bis 1888 die Besitzer des Hofgutes auf dem Kühkopf, bevor sie es schließlich an den Wormser Reichstagsabgeordneten und Lederfabrikanten Cornelius Freiherr von Heyl zu Herrnsheim verkauften.

Das etwa 40 mal 50 cm große Aquarell stellt die Überfahrt einer Fähre über den Altrhein zum Kühkopf dar. Im Hintergrund sieht man ein am Ufer auf der Kühkopfseite liegendes Segelschiff, das Hofgut mit dem 1978 abgerissenen „Herrschaftshaus“ und weiteren Wirtschaftsgebäuden. Sehr gut zu erkennen ist links im Bild sogar noch der Vorgängerbau des um 1900 gebauten heutigen Forsthauses.

Vor über zehn Jahren diente dieses Aquarell sogar als Motiv für die 55 Cent Briefmarke des mittlerweile insolventen privaten Postanbieters „MaxiMail“, wie Museumsleiter Jörg Hartung weiß. Im Besitz des Stockstädter Museums befindet sich dieses außergewöhnliche Gemälde bereits seit 1988, als es der Gemeinde Stockstadt am Rhein von der Heidelberger Galerie Olaf Greiser zum Kauf angeboten wurde und der Gemeindevorstand den Ankauf einstimmig beschloss. Das originale Bild wird heute in einer Vitrine im Museum aufbewahrt und ist in der Dauerausstellung zur Geschichte des Hofgutes Guntershausen zu besichtigen.


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Aus dem Stockstädter Museum – Der „Krauth Schnellwechsler“ aus dem Stockstädter Freibad

In diesem Jahr bekam das Stockstädter Museum ein weiteres interessantes Exponat. Es handelt sich hierbei um einen sogenannten „Schnellwechsler Nr. D 10 511“, der bei der Firma Professor Alfred Krauth Apparatebau GmbH & CO.KG in Eberbach am Neckar hergestellt wurde. Das Gerät stammt aus den 1960er Jahren und fand früher im Stockstädter Freibad Verwendung. Dort wurde die elektrisch betriebene Maschine zur automatischen Sortierung des Münzgeldes eingesetzt, wo es allerdings spätestens seit der Umstellung von D-Mark auf Euro – zum 31. Dezember 2001 – nicht mehr verwendet werden konnte und seither in einem Regal aufbewahrt wurde.

Kürzlich übergab nun Herr Thomas Metzger vom Stockstädter Freibad den Schnellwechsler an Herrn Jörg Hartung vom Museum der Gemeinde Stockstadt am Rhein im Verwalterhaus des Hofgutes Guntershausen, wo das Gerät nun erst einmal im Depot aufbewahrt wird.

Die Herstellerfirma Professor Alfred Krauth Apparatebau GmbH & CO.KG ist seit über 90 Jahren mit der Geschichte des Öffentlichen Personen Nahverkehrs eng verknüpft. Mit einer genialen Erfindung, dem Galoppwechsler, gründete Herr Professor Alfred Krauth 1926 seine Firma in Düsseldorf mit dem Eintrag „Herstellung und Vertrieb von Geldwechslern“.

Schnell fanden Produkte der Firma Krauth eine weite Verbreitung. Nach dem II. Weltkrieg, im Jahre 1948, begann Professor Alfred Krauth in seinem Eberbacher Sommerhaus mit dem Wiederaufbau des Unternehmens. Das Unternehmen stellt bis heute Geräte wie Fahrscheinautomaten, elektronische Fahrscheindrucker, Einstiegskontrollsysteme und Mautautomaten her. Noch immer produziert die Firma – nun als „krauth technology GmbH“ – am Standort Eberbach, ist jetzt allerdings Bestandteil der DuTech Holdings Ltd. mit Sitz in Shanghai.

Auf die Anfrage von Museumsleiter Jörg Hartung, ob möglicherweise noch Unterlagen zum Verkauf des Schnellwechslers an die Gemeinde Stockstadt am Rhein aus den 1960er Jahren vorhanden seien, antwortete die Firma umgehend. Im Firmenarchiv waren hierzu aber leider keine Unterlagen mehr zu finden.


Der „Krauth Schnellwechsler“ aus dem Stockstädter Freibad wurde kürzlich an das Museum der Gemeinde Stockstadt am Rhein übergeben.

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Aus dem Stockstädter Museum – Die Miele Buttermaschine

Die Miele-Buttermaschine – ein Stück ländlicher Alltagskultur

Im Bestand des Stockstädter Museum im Verwalterhaus des Hofgutes Guntershausen befindet sich bereits seit 1993 eine „Miele Buttermaschine – Modell A1“, die kürzlich durch Museumsmitarbeiter Martin Rödl sorgfältig restauriert wurde. Miele ist ein Markenname, der Hausfrauenherzen höher schlagen lässt und damals wie heute ein Symbol für deutsche Haushaltsgeräte höchster Qualität ist.

Das Butterfass auf dem Kühkopf spiegelt ein Stück Kulturgeschichte der 1920er und 1930er Jahre wieder. In diesem Fall handelt es sich um ein besonderes Modell, denn die „Miele Buttermaschine ist die Beste“, wie der mit blauer Schrift bedruckte und mit Silberornamenten geschmückte Deckel des Fasses wirbt. Aus einem Materialmix gefertigt, war dieses Haushaltsgerät für die heimische Butterproduktion konzipiert. So ist der Deckel des Geräts aus leichtem Fichtenholz, während der Korpus des Fasses aus belastungsfähigeren Eichenhölzern zusammengesetzt wurde, die durch vier Eisenringe stabilisiert werden. Die Flügel im Inneren der Buttermaschine sind, vor allem aus hygienischen Gründen, in Buchenholz gefertigt. Die Oberflächenstruktur dieses heimischen Holzes gilt als besonders glatt und damit auch leicht zu reinigen. Die Butter wird durch die manuelle Betätigung eines metallenen Zahnradgetriebes mit zwei Rädern geschlagen. Am Boden des Fasses ist ein verkorkter Ablauf angebracht.

Früher wurde der Rahm, welcher sich bei der Lagerung nicht pasteurisierter Milch in natürlicher Weise bildet, abgeschöpft und in solchen oder ähnlichen Butterfässern von Hand gebuttert. Als Nebenprodukt der Butterherstellung entsteht die Buttermilch, daher der Ablauf am Boden des Fasses. Scheint die Eigenproduktion von Butter für uns Supermarktverwöhnte fremd, so spielte die Selbstversorgung noch in den 1920er Jahren eine wichtige Rolle.

Das handwerklich ausgeklügelte Exponat ist noch immer voll einsatzbereit, nach modernen Hygienevorschriften darf Butter allerdings nur noch aus pasteurisierter Milch hergestellt werden. Die Miele Buttermaschine ist heute nicht nur Museumsexponat, sondern auch ein echtes Sammelobjekt. So ist sie sowohl als Markenprodukt als auch aus dekorativen Gründen von Sammlern begehrt, wie Museumsleiter Jörg Hartung weiß.

Foto: Martin Rödl

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