Trauer um Gründungsmitglied Hans Pehle

Wir trauern um unser Gründungsmitglied Hans Pehle, der am 13.01.2026 verstarb. Der Förderverein Hofgut Guntershausen e.V. verliert mit ihm ein treues und engagiertes Mitglied.

Unsere aufrichtige Anteilnahme gilt in diesen Stunden seiner Familie.


Am 16.01.2026 wurde in einem Artikel im Groß-Gerauer Echo an Hans Pehle erinnert.


Trauer um Künstler Hans Pehle
von René Granacher

Der „Maler des Rieds“ ist im Alter von 81 Jahren gestorben. In zahlreichen Ausstellungen und einem eigenen Raum im Hofgut-Museum sind seine Werke zu sehen. Ein Nachruf.

Stockstadt. Hans Pehle, der „Maler des Rieds“ ist am Dienstag im Alter von 81 Jahren verstorben. Seine Landschaftsbilder sind in vielen Häusern zu finden, auch viele historische Gebäude der Region hat er festgehalten. In mehr als 25 Einzelausstellungen sah man seine Bilder, dauerhaft zu finden sind sie in mehreren Rathäusern und einem eigenen Raum im Hofgut-Museum, für das er auch detailgetreue historische Modelle anfertigte.

Nur kurze Zeit konnte man Pehles größte Werke erleben: Für mehrere im Ried angesiedelte Theaterstücke malte er passende Bühnenhintergründe. 2021 wurde Pehle mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet.

Kühkopf spielte besondere Rolle

Als geborener Stockstädter, Jahrgang 1944, war er im Ried verwurzelt. „Die Rheinauenlandschaft“, sagte er, „ist es wert, dass man hinsieht und sie schätzen lernt.“ Neben seiner Leidenschaft für die Malerei trat als Hobby die Vogelbeobachtung. Wer an regionaler Geschichte interessiert ist, kennt auch sein Buch über den Rheinübergang des Schwedenkönigs Gustav Adolf im 30-jährigen Krieg. Er teilte seine Interessen gerne mit anderen, etwa im Kunst- und Kulturhistorischen Verein in Gernsheim.

Der Kühkopf aber spielte für ihn eine besondere Rolle. Einst wollte er dort das Herrschaftshaus des Hofguts Guntershausen malen – und sah, dass es kurz zuvor vom Land Hessen abgerissen worden war. Weil dem Verwalterhaus samt Nebengebäuden das gleiche Schicksal drohte, rief er die „Künstler für den Erhalt des Hofguts“ ins Leben, woraus eine Bürgerinitiative und schließlich der heutige Förderverein wurde. Um das benachbarte Forsthaus zu schützen, sorgte Pehle dafür, dass es unter Denkmalschutz gestellt wurde.

In seiner Familie wurde seit fünf Generationen gemalt, wie er gern erzählte. Immer als Hobby, und auch er wollte sich nie dem Erfolgszwang eines Berufskünstlers aussetzen. Stattdessen schlug er eine Beamtenlaufbahn ein und widmete sich in der Freizeit den Projekten, die ihm am Herzen lagen.

Als Höhepunkt seines Hauptberufs betrachtete er das Hochwasser von 1983: Als der Rhein das Deichtor am Kornsand erreicht hatte, aber die Balken zum Verschließen noch nicht da waren, wies Pehle als Leiter des Ordnungsamtes einen Lkw-Fahrer an, seine Ladung am Tor abzukippen, um die Überflutung des Rieds zu verhindern.